muskuläre disbalancen

Muskuläre Disbalancen
verstehen und loswerden

Wenn der Körper nicht in Waage ist…

Was sind Muskuläre Disbalancen?

Muskuläre Disbalance bedeutet, dass Muskeln, die gegensätzliche Funktionen erfüllen, nicht gleich genug stark oder beweglich sind. Ein Ungleichgewicht, das sich in unserer Bewegung oder Körperhaltung äußert.

Durch Disbalancen hat der Körper Problemen, wenn er sich bewegen will, da Bewegung eines Muskels auch mit Bewegung des Gegenmuskels verbunden ist. So stehen sich Muskel rein funktionell im Weg, um ihre Bewegungen zu erfüllen.

Auswirkungen Muskulärer Disbalancen

Wenn wir von Disbalancen betroffen sind, gibt es mehrere mögliche negative Folgen für uns:

  • Fehlhaltungen die optisch sichtbar werden
  • Leistungsschwäche bei bestimmten Aktivitäten
  • Bewegungseinschränkungen
  • Verspannungen
  • Schmerzen
Disbalancen korrigieren
In roter Richtung befindet sich zu viel Spannung und in grün zu wenig Kraft und Dehnfähigkeit

Ursache Muskulärer Disbalancen

Kraft

Auf der einen Seite kann die Muskulatur unterschiedlich stark belastet werden. Bewusst beim Training oder unbewusst im Alltag. Doch zu einem kräftigen Muskel sollte auch ein starker Gegenmuskel gehören.

Als Beispiel die vorderen Teile der Schultermuskulatur werden häufig belastet, da wir viel vor dem Körper arbeiten. Währenddessen werden die Gegenspieler kaum benutzt und schwächen tendenziell ab.

Dehnfähigkeit

Auf der anderen Seite hängt sehr oft die Dehnfähigkeit mit der Disbalance zusammen. Ist ein Muskel weniger dehnfähig als sein Gegenspieler, ist die Beweglichkeit eingeschränkt. Die Muskeln sind verspannt.

Auch hier ist die Schulter und Brustmuskulatur beispielsweise weniger Dehnfähig, weil beide ständig verkürzt vor dem Körper arbeiten.

Kraft und Dehnfähigkeit gehören zusammen

Viele Menschen glauben, Dehnfähigkeit und Kraft seien zwei Gegensätze. Doch das Gegenteil ist der Fall. Immer wenn du einen Muskel anspannst und verkürzt, dehnst du automatisch seinen Gegenspieler. Je mehr Kraft du hast, desto besser kannst du den Muskel verkürzen und seinen Gegenspieler dehnen.

Aber mit viel Kraft bist du nicht sofort beweglich. Auch die Dehnfähigkeit der Muskulatur bestimmt, wie weit sie beweglich ist. Es muss weniger Kraft aufgewandt werden, um den Gegenspieler eines dehnfähigen Muskels zu bewegen als den eines Verspannten.

Kraft und Dehnfähigkeit gehören daher zusammen zur Beweglichkeit oder Mobilität. Sie ergänzen sich. Oft sind bei einer Disbalance Kraft und Dehnfähigkeit betroffen. Beispiel: Brust und Schulter oft wenig dehnfähig. Die Gegenspieler: Trapez, Rhomboiden zu schwach. Das Ungleichgewicht zeigt sich in Schulter und Nacken mit Schmerzen und einer schlechten Haltung.

Ein besonders häufiges Beispiel im Alltag liefern Rückenschmerzen, die auf derartigen Disbalancen beruhen können. Bei vielen Menschen ist durch ständiges Sitzen die Hüftmuskulatur verkürzt und abgeschwächt. Ebenso der untere Rücken. Dadurch ziehen diese Muskeln verstärkt am Becken. Die schwache Bauchmuskulatur kann dem starken Zug nicht entgegenwirken, wodurch das Becken abkippt und ein Hohlkreuz entsteht.

Ursache der Ursachen - Entstehung von Kraft und Dehnfähigkeitsdisbalancen

Warum haben wir Differenzen im Bereich Kraft und Dehnfähigkeit?

Die Antwort ist unverschämt einfach:

Die Disbalancen resultieren aus unserem Lebensstil. Meist sitzen wir täglich stundenlang und können unserem Körper nur einseitige Bewegungsmuster bieten. Die Muskulatur kommt nie in die volle Dehnfähigkeit. Auch wird sie zu wenig eingesetzt, sodass sie abschwächt.

Wenn die Funktionen nicht genutzt werden, passt sich der Körper an. An der gekrümmten Körperhaltung sieht man das sehr deutlich. Auch in vielen Sportarten bewegen wir uns einseitig und verstärken das Ungleichgewicht von Kraft und Dehnfähigkeit.

Muskuläre Disbalancen beheben

Zunächst müssen die richtigen Zustände von Kraft und Dehnfähigkeit wiederhergestellt werden. Muskulatur, die abgeschwächt ist, muss gestärkt werden. Vor allem aber muss die Dehnfähigkeit der verkürzten Muskulatur verbessert werden.

Disbalancen äußern sich in Verspannungen und Verhärtungen, die gelöst werden sollten. In der Regel sind die meisten mehr durch mangelnde Dehnfähigkeit bedingt als zu wenig Kraft. Daher sind die richtigen Bewegungen notwendig, um die Beweglichkeit wiederherzustellen.

Am Beispiel der vorhängenden Schultern müssen Brustmuskulatur und vordere Schulterpartien gedehnt und Trapez und Rhomboiden gekräftigt werden. Doch um langfristig weitere Probleme vorzubeugen, müssen einseitige Bewegungen angepasst und natürliche Bewegungen integriert werden.

Beispiel vorhängende Schultern

Muskuläre Disbalancen verstehen und loswerden
Dehnung von vorderer Schulter und Brust
  1. Einen Arm am Ellenbogen fixieren (z.B. im Türrahmen)
  2. Den Oberkörper zur seite und schräg unten lehnen
  3. Dehnung in Brust und Schulter spüren
  4. Min 30s halten, Beweglichkeit verbessern, min. 5 mal
Muskuläre Disbalancen verstehen und loswerden
Kräftigen hinterer Schulter und Trapez
  1. In Bauchlage die Arme nach oben ausstrecken (mit oder ohne Gewicht)
  2. Bauch bis Brustbein bleiben in Boden
  3. Die Arme heben so weit es geht nach oben ab
  4. Oben ca. 5s halten, z.B. 5 mal 10 Wiederholungen

Mehr dazu eventuell hier:

Beispiel Rundrücken

Schulter und Brust dehnen
Dehnung von Brust und Latissimus
  1. Mit Händen stabil festhalten (Regal, Tisch, Wand)
  2. Arme bleiben gestreckt, Gesäß angespannt
  3. Den Brustkorb aktiv nach unten drücken
  4. Dehnung in Brust, Rücken und Schulter
  5. Min. 30s halten, min. 5 mal
Brustwirbelsäule kräftigen
Einrunden der Wirbelsäule
Brustwirbelsäule kräftigen
Streckung der Brustwirbelsäule
  1. Hinsetzen, Arme hinter den Körper gestreckt
  2. Körpergewicht liegt auf den Armen
  3. Brustwirbelsäule aufrichten, Brustbein nach oben
  4. Am höchsten Punkt die Spannung 5s halten, z.B. 5 mal 10 Wiederholungen

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Beispiel Hohlkreuz

Übung bei Hüft und Rückenschmerz
Dehnung der Hüftbeuger
  1. Den Ausfallschritt recht groß machen
  2. Die Hüfte und das Becken nach unten/vorne zu schieben
  3. Den Rücken gerade zu lassen und den Po anzuspannen
  4. Dehnung am hinteren Bein oben spüren
  5. In die Position min. 30s bleiben, min. 5 mal
Brücke gegen Disbalancen
Po und Bauch kräftigung
  1. Gesäß vom Boden aus anheben
  2. Gesäß und Rumpf fest anspannen
  3. Rücken bleibt gerade
  4. Brust nach oben strecken
  5. Position min. 5s halten, z.B. 5 mal 10 Wiederholungen

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Fazit

Muskuläre Disbalancen lassen sich insgesamt mit den richtigen Ansätzen gut beheben. Die Problemstellen müssen lediglich identifiziert werden. Der Fehler liegt zumeist in einem Ungleichgewicht in Kraft und Dehnfähigkeit. Dies wird durch unseren eigenen Lebensstil verursacht.

Muskuläre Disbalancen entstehen immer aufgrund dieser Ursache und können daher auch ausschließlich durch Behandeln dieser langfristig behoben werden. Das bedeutet, den Körper durch die richtigen Bewegungen wieder in einen Normalzustand zu bringen..

Um Disbalancen vorzubeugen, sollten einseitige Muster des Alltags angepasst werden und die notwendigen Bewegungen zum Ausgleich stattfinden. Dadurch lässt sich dem Lebensstil entgegenwirken und den betroffenen Strukturen das geben, was sie benötigen, um gut auszusehen und schmerzfrei zu sein.

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