Ursachen Hüftbeschwerden

Hüftschmerzen?

Auch bei Hüftbeschwerden ist der deutschsprachige Raum unter anderem Spitzenreiter. Während viele die Beschwerden nach bestimmten Tätigkeiten kennen, haben manche täglich mit Schmerzen zu kämpfen.

Hüftbeschwerden fühlen sich oft blockierend oder steif an. Meist denken die Betroffenen das Gelenk hätte Schaden genommen. Doch bevor deine Hüftbeschwerden dich unnötig verunsichern sei beruhigt, denn die Schmerzen oder Spannungen, die du im Hüft-Becken Bereich spürst, sind in der Regel nur Warnsignale der Schmerzrezeptoren. Sie deuten nicht automatisch auf eine ernst zu nehmende Verletzung hin.

Dennoch lassen sich jährlich etliche Menschen eine neue Hüfte einsetzen oder anderweitig operieren, obwohl die Operation vermeidbar wäre und nicht langfristig hilft. Gerade bei der Hüfte ,,muss“ nach wenigen Jahren der ersten OP, nicht selten die zweite auch getauscht werden.

Dieser Vorgang ist alles andere als zielführend und mit unnötigem Risiko und verbunden, ohne dabei die eigentlichen Ursachen zu beheben.

Nicht vom Schmerz fehldeuten lassen

Wichtig ist zu unterscheiden:

  1. Beschwerden, die unspezifisch sind ohne konkrete Ursache
  2. Spezifischen Hüftbeschwerden, die durch einen Unfall zustande gekommen sind

Hier wollen wir uns hauptsächlich auf die unspezifischen Hüftbeschwerden beziehen.

Der Schmerz liefert zunächst nur ein Signal und dient als Schutzmechanismus, weil in der Hüfte etwas nicht so funktioniert wie es funktionieren soll. Damit kann der Körper sich davor schützen, dass eben noch schlimmere Schäden entstehen.

Leider werden Betroffene oft fehlgeleitet. Bildgebende Verfahren werden angewandt, um die Beschwerden zu lokalisieren. Häufig ist in diesen nichts Auffälliges zu sehen, da diese nur Knochen, Knorpel, Bänder und Sehnen detailliert abbilden. In einigen Fällen werden auch Arthrose, Überlastung oder Übergewicht verantwortlich gemacht. Doch diese haben eher wenig mit dem Schmerz zu tun und sind vielmehr Folge der eigentlichen Ursache.

Arthrose und Übergewicht

Arthrose ist oft die Interpretation eines bildgebenden Verfahrens. Doch kann Arthrose überhaupt die Ursache darstellen?

Falls es keine andere Ursache als Arthrose gäbe, würde das bedeuten, dass Entzündungen und Abnutzungen des Knorpels aus dem nichts heraus entstehen würden. Nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip und der Meinung jedes Fachmannes ist dies natürlich nicht korrekt.

Zweitens führt Gelenkverschleiß nicht zwingend zu Schmerzen, denn Knorpel selbst besitz keine Schmerzrezeptoren. Viele Sportler haben beispielsweise Arthrosen, die sie weder bemerken, noch beeinträchtigen.

Auch Übergewicht wird oft als Schmerzteufel angepriesen.

Begründung ist, dass die erhöhte Last die Gelenke übermäßig belastet und so zu Beschwerden führe. Auch davon sollte man sich nicht voreilig beirren lassen.

Erstens sind unsere Gelenke für erheblich höhere Lasten ausgelegt, die bei Bewegungen wie Laufen und Springen durchaus auftreten. Zweitens lebt ein Gelenk davon belastet zu werden. Daher hängen Belastung und Schaden nicht so vereinfacht zusammen. Viele Menschen ohne Übergewicht leiden an Hüftschmerzen und etliche andere mit höherem Körpergewicht haben keine Probleme.

Therapien

Die Therapiemaßnahmen dienen oft nur der Behandlung des Gelenkverschleiß. Dabei kommen Schmerzmittel, Krankengymnastik und Operationen zum Einsatz. Diese bringen den Betroffenen keiner langfristigen Lösung näher. Vielmehr lindern sie, wenn überhaupt, kurzfristig die Beschwerden. Schnell muss man wieder zum Arzt, um neue Schmerzmittel, Physiotermine oder sogar Operationsmöglichkeiten zu erhalten. Typische ,,konventionelle“ Methoden sind:

  • Schmerzmittel
  • Massagen/Physiotherapie
  • Operationen
  • Bettruhe

Diese Maßnahmen haben in manchen Fällen ihren Sinn, stellen aber keine nachhaltige Lösung dar. Vielmehr lindern sie nur kurzfristig die Beschwerden.

Was konventionelle Therapien sind und wie sie dich in einen Teufelskreis führen können erfährst du hier.

Beim Übergewicht wird logischerweise Gewichtsreduktion vorgeschrieben. Dabei wird zwar ein entscheidender Schritt Richtung Gesundheit getan, der allerdings nicht die Ursache der Hüftprobleme behandelt.

Die Therapiemaßnahmen sind in der Regel Problemlösend angelegt, um dem Patienten möglichst schnell die Beschwerden zu nehmen, doch ursachenorientierte Maßnahmen sind weit effizienter und nachhaltiger.

Wie kommen die Beschwerden zustande?

Unser Körper ist optimal darauf eingestellt, schmerzfrei zu funktionieren. Wenn wir ihn aber nicht angemessen nutzen, entstehen Schmerzauslöser wie Spannungszustände, eingeklemmte Nerven, Blockaden etc.

In der Realität sind unsere Schmerzen im Hüftbereich also vielmehr hartnäckige Verspannungen der Muskulatur und Faszien geschuldet. Und auch diesen geht eine Ursache vorweg, die wir gleich klären wollen.

Ursache

Verspannungen, Disbalancen, Arthrose etc.

Schmerzen

Lösungssuche

Sich nur auf den Schmerz oder den Schmerzauslöser zu fokussieren ist ein Trugschluss. Stattdessen ist es sinnhafter, die eigentliche Ursache zu identifizieren und dort anzusetzen.

Daher lautet die entscheidende Frage:

Wo kommen diese Verspannungen, Blockaden, eingeklemmte Nerven und auch Arthrose her?

Das lässt sich am einfachsten erklären, wenn wir die Funktion unserer Hüfte verstehen.

Wo liegen die wahren Hüftbeschwerden Ursachen?

Was macht die Hüfte

Die Hüfte ist das zweitgrößte und gleichzeitig zweitbeweglichste Gelenk des Körpers. Trotz der hohen Beweglichkeit ist es aufgrund seiner knöchernen Struktur sehr stabil.

Die Hüfte ist ein Kugelgelenk ebenso wie die Schulter und kann dementsprechend in alle Richtungen bewegt werden. Dazu zählt das Rotieren nach innen und außen, das Anheben nach vorn und hinten sowie Abspreizen und Hinziehen von und zum Körper. Und obwohl die wenigsten von den vielseitigen Bewegungsmöglichkeiten gebrauch machen, sind sie bei jedem vorhanden.

Die Bewegungen und Positionierung der Hüfte haben außerdem eine direkte Auswirkung auf Knie, Becken und Wirbelsäule.

Hauptverursacher

Mobilitätsproblem

In unserem Alltag können wir den Ansprüchen, die das Hüftgelenk stellt, kaum gerecht werden. Dieser ist geprägt durch häufiges Sitzen, wenig Bewegung, wenig Bewegungsvielfalt oder unnatürliche und einseitige Bewegungen.

Das Hüftgelenk und seine Strukturen leiden einfach gesagt daran, dass die vorhandenen Bewegungsmöglichkeiten nicht ausgenutzt werden. Ein Mobilitätsproblem, dass unserem ganzen Körper schadet. Offensichtlich, wenn man bedenkt, wie beweglich das Hüftgelenk in der Realität ist. Das führt unweigerlich zu Verkürzungen, Verklebungen und Blockaden innerhalb von Faszien und Muskeln.

Deutlich wird dies an etlichen Beispielen:

Hüftbeschwerden Ursachen
  • Häufiges Sitzen verkürzt die Hüftbeuger, die das Becken in eine falsche Position ziehen und Spannungen in Hüfte und Rücken provozieren.
  • Einseitige Belastungen sorgen für ungleiche Kräfteverhältnisse innerhalb der Muskulatur.
  • Ohne Ausreichend Bewegungsvielfalt mangelt es dem Bindegewebe an Versorgung mit Nährstoffen.
  • Gesäß, Bauch und Beinrückseite werden unterfordert und schwächen ab.

Auch historisch zeigt sich, dass der Mensch Jahrtausende darauf programmiert wurde sich viel und vielseitig zu bewegen. Heute tun wir das entweder gar nicht oder nur sehr einseitig (Sportarten, körperliche Arbeit). Auf diesen Lebensstil ist das Hüftgelenk nicht ausgelegt.

Ein Mobilitätsproblem ist daher der Hauptverursacher von Verspannungen, Verklebungen, Blockaden, eingeklemmten Nerven und Arthrose, was schlussendlich zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Hüftgelenk führt.

Weitere Faktoren

Bewegungstechnik

Hftbeschwerde durch Bewegungstechnik

Der technische Aspekt einer Bewegung spielt bei unserem täglichen Verhalten selten eine Rolle. Doch die Art und Weise, wie du dich bewegst oder auch nicht bewegst, ist entscheidend für deine Hüftgelenke.

Manchen ist das Gefühl der Hüftbeschwerden am Tag nach dem Sport bekannt. Diese werden dann fehlgedeutet als Signal nicht joggen zu gehen. Der eigentliche Fehler liegt allerdings in der Art, wie du dich bewegt hast.

Wenn wir uns viel Bewegen ist das recht schlüssig, denn wer zum Beispiel viel Laufsport treibt, belastet damit auch die Hüfte. Zunächst etwas sehr Positives. Wenn aber die Technik der Bewegung nicht dem entspricht, wie die Hüfte eigentlich funktioniert, dann wird daraus eine ungünstige Belastung.

Wenn wir uns wenig bewegen, verhält es sich noch schlimmer. Eine Hüfte, die nur wenig Bewegung gewohnt ist, ist auch deutlich anfälliger gegenüber falscher Belastung.

Bestes Beispiel sind die Hüftverletzungen älterer Menschen, die bei einfachen Bewegungen wie dem Aufstehen vom Stuhl passieren. Oder die unerwarteten Beschwerden nach dem ersten Mal joggen. Und selbst unauffällige falsche Belastungen beim Gehen oder Sitzen führen auf Dauer schleichend zu Problemen.

Fehlhaltung

Hüftschmerzen durch Fehlhaltungen

Bei einer Fehlhaltung befindet sich das Gelenk nicht mehr in seiner vorgegebenen Position. Die Hüfte ist dabei mit am meisten betroffen. Beckenschiefstand und Hohlkreuz treten besonders häufig auf. Ständiges Sitzen ist dabei ein ausschlaggebender Faktor. Oft wissen Betroffene aber gar nicht von ihrer Fehlhaltung.

Durch die Fehlhaltung verändert sich die Position des Gelenkes so, dass Bewegungen ähnlich wie bei einer falschen Bewegungstechnik nicht korrekt ausgeführt werden. Die Hüfte muss dann unnatürliche oder ungleichmäßige Belastungen ertragen.

Eine Fehlhaltung ist mit Verspannungen verbunden, die sich in Muskulären Disbalancen zeigen. Die Bewegungsfähigkeit ist eingeschrenkt. Die Verspannungen führen regelmäßig zu Schmerzen.

Natürliches Laufen

Hüftbeschwerden Barfußlaufen

Da unsere Hüften ebenso wie die anderen Gelenke schlussendlich von unseren Füßen getragen werden, können auch hier die Ursachen für Schmerzen liegen.

Gewöhnliches Schuhwerk verändert die Art und Weise, wie wir gehen, stehen und laufen. Der Schuh nimmt dem Fuß dabei sein Bewegungsgefühl und verhindert eine natürliche Fortbewegung. Das wird von uns gar nicht mehr bemerkt.

Für deine Hüfte bedeutet das, dass sich falsche Bewegungen und Fußpositionen bis zu Ihr übertragen können. Diese Fehlbelastungen können dort Schaden hinzufügen, indem die Haltung und Technik beeinflusst wird.

Fitness

Schmerzursache Fitness

Weniger trainiert zu sein bedeutet natürlich nicht mehr Schmerzen zu haben. Doch gerade im Hüftbereich sind viele Muskeln abgeschwächt und unterfordert. Die Strukturen der Hüfte leiden zudem an verringerter Versorgung mit Nährstoffen und Blut. Außerdem ist ein leistungsfähiger Körper weniger anfällig für Beschwerden.

Jeder weiß, Sport ist gesund. Doch das hängt stark vom Sport ab und wofür dieser eingesetzt wird. Viele Sportarten erhöhen die Bewegungsvielfalt der Hüfte und wirken so positiv. Doch viele bringen auch ein hohes Verletzungsrisiko mit, weshalb immer klar differenziert werden muss.

Übergewicht, Genetik?

Hüftbeschwerden durch Übergewicht

Übergewicht ist keinesfalls der Auslöser für die Beschwerden, sondern vielmehr ein ,,Verstärker“.

Die Hüfte eines der stabilsten Gelenke im Körper und auf extreme Belastungen wie Sprünge und Sprints ausgelegt. Ein Übergewicht kann alleine nicht genug Last erzeugen, um maßgeblich für die Beschwerden verantwortlich zu sein.

Auch genetische Faktoren für Fehlhaltungen sind absolute Außnahmen und behandelbar.

Falsche Bewegungen und Bewegungseinschränkungen wirken intensiver, wenn noch zusätzliches Gewicht im Spiel ist. Ebenso kann Übergewicht dich zu einer ungünstigen Haltung führen und so Verspannungen und Belastung verstärken. Deshalb ist es ratsam, bei Hüftbeschwerden das Übergewicht zu reduzieren.

Fazit

Die Ursachen für Hüftbeschwerden sind recht eindeutig. Unser Lebensstil ist weit entfernt von dem, was die Hüften benötigen. Wir nutzen nie die Funktionen der Hüften aus, sondern strapazieren sie mit ständigem Sitzen und einseitigen Bewegungsmustern in Alltag und Sport.

Hauptsächlich durch ein Mobilitätsproblem, das sich durch den Mangel an natürlichen mobilisierenden Bewegungen auszeichnet, entstehen Verspannungen, Verklebungen und Überlastungen. Schlechte Bewegungsausführungen, Fehlhaltungen, Fitness sowie Schuhwerk tragen noch zusätzlich dazu bei. Daraus resultieren Krankheitsbilder wie Arthrose. Vor allem aber entstehen Schmerzen.

Von Aussagen wie Arthrose oder Übergewicht als Ursache sollte man sich nicht verunsichern lassen und zunächst seinen Lebensstil hinterfragen.

Mit den richtigen Maßnahmen werden die Schmerzverursacher angegangen. Dann verschwinden Schmerzauslöser und Schmerzen dauerhaft↓